Hinter dem Spiegel



Lieber Frank,
lieber Jan,
lieber Jeroen:

ich würde super gerne die diesjährige Produktion „Schneewittchen“ filmisch begleiten und daraus einen dokumentarischen Film entwickeln.

Die Idee ist, das Ganze erstmal als internes Projekt zu denken – einfach um den Entstehungsprozess festzuhalten. Gleichzeitig hätte ich natürlich den Anspruch, dass ein schöner, stimmungsvoller Film entsteht, den man – wenn es passt – auch zeigen kann.

Inhaltlich soll der Film das Ensemble von der Leseprobe bis zur Premiere begleiten und dabei nicht nur die Arbeit auf der Bühne zeigen, sondern auch das „Drumherum“ der Festspiele. Mir geht es besonders darum, die vielen Gewerke sichtbar zu machen, die oft im Hintergrund arbeiten und ohne die so eine Produktion gar nicht möglich wäre.



Der Film wird bewusst beobachtend angelegt sein – also keine gestellten Szenen, sondern echte Momente aus dem Arbeitsprozess, ergänzt durch O-Töne der Beteiligten.

Mir ist dabei ganz wichtig zu sagen: Ich halte mich im Probenprozess komplett zurück. Ich will nicht stören, sondern einfach begleiten und punktuell mitfilmen.

Durch meine inzwischen 11 Jahre am Theater weiß ich ja ziemlich genau, wie sensibel viele Situationen sind – entsprechend achtsam gehe ich auch mit Privatsphäre und internen Abläufen um.



Um den Prozess rund erzählen zu können, würde ich gerne in folgenden Bereichen immer mal wieder mit der Kamera dabei sein:

  • Proben auf der Probebühne
  • Choreographie-Einheiten
  • Besuch der Kostümabteilung
  • Promotion-Termine
  • Bühnenmalerei
  • Bühnenaufbau (teilweise auch eigenständig als B-Roll)
  • Backstage an der Hauptbühne
  • Backstage bei der Premiere
  • Musikalische Proben
  • Einleuchten und drum herum vor der Premiere
  • Der Premierentag schliesst den Spannungsbogen ab

Alles natürlich immer so, dass der Ablauf nicht gestört wird.



Zusätzlich würde ich gerne ein paar kurze Interviews führen (wirklich nur ca. 15–20 Minuten pro Person), und zwar mit:

  • Jan (Regie) (Kann auch länger dauern)
  • Frank (Intendanz)
  • Kostüm: Anke / Kerstin
  • Maske: Wiebke
  • Choreographie anfragen
  • Musikalische Leitung anfragen
  • Darsteller:innen sofern sie Lust darauf haben wäre das toll

Das hilft total, um die verschiedenen Perspektiven im Film hörbar zu machen. Quasi würde ich das Set zur Verfügung stellen und Fragen bereits vorbereitet haben. Die Interviews werden filmisch nur kurz “angezeigt” der Ton liegt zum größeren Teil über den Bildern der Proben/Aktionen etc. Man sieht schon das der die Interviewpartner in ihrem “natürlichen Habitat” sitzen. Bspw. Jan im Probenraum, Wiebke in der Makse.



Wenn der Film fertig ist, würde ich ihn erstmal ganz bewusst nur intern im kleinen Kreis zeigen – also Euch!

Dann können wir gemeinsam schauen, ob und wie der Film weiter genutzt werden soll.



Es wäre super, wenn ihr das Thema einmal ins Ensemble tragen könntet – einfach um alle dafür zu sensibilisieren und zu schauen, ob sich alle mit dieser Art der Begleitung wohlfühlen.


Mir ist total wichtig, dass das Ganze auf freiwilliger Basis passiert und sich niemand „beobachtet fühlt“, sondern eher das Gefühl hat, Teil von etwas Schönem zu sein.


Ich glaube, dass da eine richtig tolle, ehrliche Dokumentation entstehen kann – sowohl über das Stück als auch über die Arbeit dahinter.

Wenn ihr grundsätzlich offen dafür seid glaube ich das ich bzw. wir etwas schönes für uns erschaffen kann!